Dienstag, 16. Januar 2018

The Assault on Reason



The Assault on Reason

(Originally at BBC Radio 4 "A Poinst of Vew") 


The freedom of speech converts into absurdity when it is used to prevent any reasonable arguing because reason by itself isn't accepted anymore. No argument, no proof, only OPINION: that is the new world of alternative facts and fake news.
How long will remain a nation as leading power in science and commerce which such uncertifiable executioners and  thoughtles followers? If it would be only the US who will suffer, one even could it welcome, but the negative outcomes concern all of us.

Why do good students still want to study in such a horrible country like the US? Why does the EU give in and plays the everlasting supporter? Because of profit.




Diese Zeitschrift liegt in unserer Bibliothek auf!


Sinn und Form




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Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit möchten wir Sie auf Heft 1/2018 von SINN UND FORM aufmerksam machen, das soeben erschienen ist -
mit Beiträgen von: Michail Prischwin // Dana Ranga // Irina Murawjowa // Michal Sobol // Ulrike Köpp // Christian Rosenau // Rasha Habbal // Sinan Antoon // Jakob Demus // Magdaléna Stárková // Christoph Wegmann // Paul Nolte // Hans Thill // Sebastian Kleinschmidt // Ralf Rothmann // Elke Heinemann // Oskar Ansull // Hans Krieger // Inhalt
Das ausführliche Inhaltsverzeichnis sowie unser besonderes Angebot zu Neujahrsabos finden Sie weiter unten.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre Redaktion SINN UND FORM
Gernot Krämer, Elisa Primavera-Lévy und Matthias Weichelt
sinnform@adk.de
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Inhaltsverzeichnis SINN UND FORM 1/2018:
  • Michail Prischwin, "Glücklich unsere Erben, die unsere Zeit nur lesen werden." Aus dem Tagebuch 1930. Mit einer Vorbemerkung von Eveline Passet S.5 Leseprobe
  • Dana Ranga, Cosmos! Gedichte S.28
  • Irina Murawjowa, Die Gestrigen S.33
  • Michał Sobol, Herr Orkusz. Gedichte S.42
  • Ulrike Köpp, Neues Leben und Gemeinschaft. Zum Reformstreben in der Moderne S.46 Leseprobe
  • Christian Rosenau, Helden sagen. Gedichte S.61
  • Rasha Habbal, Ich erlaube dir nicht, mich zurückzulassen S.65
  • Sinan Antoon, Die schmale Stelle am Tor. Gedichte S.75
  • Jakob Demus, Nachtschau S.78
  • Magdaléna Stárková, Die Nacht verteilt. Gedichte S.87
  • Christoph Wegmann, Der Kanzler und die Sängerin. Aus Theodor Fontanes "Musée imaginaire" S.90 Leseprobe
  • Paul Nolte, Handschrift und Helfer. Thomas Nipperdeys "Deutsche Geschichte" S.98
  • Hans Thill, Schafwinter. Gedichte S.112
  • Sebastian Kleinschmidt, Vom Unheil des Erkennens. Hartmut Langes erster Novellenband S.115
  • Ralf Rothmann, Dunkler Umriß – Kleist und das Glück. Dankrede zum Kleist-Preis 2017 S.125
  • Elke Heinemann, Under Cover. James Kirkups Erzählung über Heinrich von Kleist und Thomas Pynchon S.128
  • Oskar Ansull, Aspekt einer schwierigen Identitätsfindung. Karl Emil Franzos, Walter Benjamin, Ludwig Strauß, Paul Celan S.134
  • Hans Krieger, "Zieh den Mondkork aus der Nacht!" Noch einmal Christine Lavant: ein Nachtrag zu Werk und Rang S.136








DIEdIEMMMMM

Sonntag, 14. Januar 2018

120. Todestag von Lewis Carroll

Lewis Carroll (* 27. Januar 1832 in Daresbury im County Cheshire; † 14. Januar 1898 in Guildford im County Surrey; eigentlich Charles Lutwidge Dodgson) war ein britischer Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters, Fotograf, Mathematiker und Diakon.
Er ist der Autor der berühmten Kinderbücher Alice im Wunderland, Alice hinter den Spiegeln (oder Alice im Spiegelland) und The Hunting of the Snark. Mit seiner Befähigung für Wortspiel, Logik und Fantasie schaffte er es, weite Leserkreise zu fesseln. Seine Werke, als sogenannte Nonsense-Literatur bezeichnet, sind bis heute populär geblieben und haben nicht nur die Kinderliteratur, sondern ebenso Schriftsteller wie James Joyce, die Surrealisten wie André Breton und den Maler und Bildhauer Max Ernst oder den Kognitionswissenschaftler Douglas R. Hofstadter beeinflusst. Bekannt wurde Carroll auch als Fotograf: Wie Julia Margaret Cameron und Oscar Gustave Rejlander betrieb er bereits ab der Mitte des 19. Jahrhunderts Fotografie als Kunst.
Wikipedia

Abbildung aus Wikipedia

Heute würde er für seine Kinderfotografien und seinen Umgang mit Kindern als Schänder und Missbrauchstäter verfolgt werden. Weil er aber so hohe Kunst schuf, darf man sich auch, mit oder ohne Entrüstung, seine Kinderfotos genässlich ansehen.




Samstag, 13. Januar 2018

75. Todestag Sophie Taeuber-Arp

Sophie Henriette Gertrude Taeuber-Arp (* 19. Januar 1889 in Davos; † 13. Januar 1943 in Zürich) war eine Schweizer Malerin, Bildhauerin, Textil-Gestalterin, Architektin und Tänzerin der Avantgarde. Als Vertreterin der konkreten, rhythmisch-geometrischen Kunst ist sie eine bedeutende Künstlerin des 20. Jahrhunderts. Sie gehört zu den Protagonisten des Dadaismus.
Wikipedia

Abbildung aus Wikipedia




Donnerstag, 11. Januar 2018

Entsinnlichung der Kunst

Haimo L. Handl

Unsere körperfeindliche Zeit wendet sich mehr dem Datenerzeugen und -erfassen zu, registriert, speichert, dokumentiert, wertet aus, orientiert sich an Quantitäten und beachtet massenhaft die Äußerungen des Massengeschmacks. Trotz "bester" Kommunikationsmittel und -einrichtungen scheint eine gleichförmige Einheit gegeben, die im Widerspruch zu den Potentialen steht: der Individualismus ist nur ein scheinbarer, der an die Leine genommen in Reih und Glied nicht aufmuckt.

Um Sinnlichkeit noch irgendwie auszukosten oder zu erlangen, bedarf es für immer mehr Angehörige der Konsumgesellschaft entsprechender Drogen, die einerseits enthemmen, den kognitiven Bereich verringern, andererseits Sinnesreize vermitteln, die über andere Kanäle, sei es mediale oder direkte, eigene körperliche Aktionen, nicht mehr erreichbar sind aufgrund der lange andauernden Abstumpfung.

Verschiedene psychologische Untersuchungen warnen vor diesem Phänomen, einige soziologische stellen die tiefe gesellschaftliche Entfremdung fest, die auch durch die virtuellen Kontakte nicht wettgemacht werden können.

Drinks, Essen und Sex in der virtuellen Welt offeriert oder ersatzweise (als Zeichen) konsumiert, sind nun mal nicht "real", es fehlt der konkrete Stoff. Der schönste Trailer über ein kostbares Festmahl stillt keinen Hunger, stachelt höchstens zum weiterern Konsum an, der aber versagt bleibt. Und die Versprechungen der Wunschwelt sind einfach nicht handfest: weder ändert sich die ermüdende Arbeitssituation, noch steigert sich die Erotik, sei es über X Jungfrauen oder Nutten oder Mammies.

Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, den einer Art Vergeistigung oder Intellektualisierung, der sich besonders im Musikalischen zeigt.

Friedrich Nietzsche lieferte als sensibler Psycholog und aufmerksamer Philosoph dazu einige Bemerkungen, die auch heute zum Weiterdenken oder Widersprechen anregen können.



Friedrich Nietzsche: Menschliches, Allzumenchliches I/217 (1878):

Die Entsinnlichung der höheren Kunst. – Unsere Ohren sind, vermöge der
ausserordentlichen Uebung des Intellects durch die Kunstentwickelung
der neuen Musik, immer intellectualer geworden. Deshalb ertragen wir
jetzt viel grössere Tonstärke, viel mehr "Lärm", weil wir viel besser
eingeübt sind, auf die Vernunft in ihm hin zu horchen, als unsere
Vorfahren.
Thatsächlich sind nun alle unsere Sinne eben dadurch, dass
sie sogleich nach der Vernunft, also nach dem "es bedeutet" und nicht
mehr nach dem "es ist" fragen, etwas abgestumpft worden: wie sich eine
solche Abstumpfung zum Beispiel in der unbedingten Herrschaft der
Temperatur der Töne verräth; denn jetzt gehören Ohren, welche die
feineren Unterscheidungen, zum Beispiel zwischen cis und des, noch
machen, zu den Ausnahmen. In dieser Hinsicht ist unser Ohr vergröbert
worden. Sodann ist die hässliche, den Sinnen ursprünglich feindselige
Seite der Welt für die Musik erobert worden; ihr Machtbereich,
namentlich zum Ausdruck des Erhabenen, Furchtbaren, Geheimnisvollen,
hat sich damit erstaunlich erweitert; unsere Musik bringt jetzt Dinge
zum Reden, welche früher keine Zunge hatten.
In ähnlicher Weise haben einige Maler das Auge intellectualer gemacht und sind weit über Das hinausgegangen, was man früher Farben- und Formenfreude nannte. Auch
hier ist die ursprünglich als hässlich geltende Seite der Welt vom
künstlerischen Verstande erobert worden. –
Was ist von alledem die Consequenz? je gedankenfähiger Auge und Ohr werden, um so mehr kommen sie an die Gränze, wo sie unsinnlich werden: die Freude wird in's
Gehirn verlegt, die Sinnesorgane selbst werden stumpf und schwach, das
Symbolische tritt immer mehr an Stelle des Seienden, - und so gelangen
wir auf diesem Wege so sicher zur Barbarei, wie auf irgend einem
anderen.
Einstweilen heisst es noch: die Welt ist hässlicher als je, aber sie bedeutet eine schönere Welt als je gewesen. Aber je mehr der Ambraduft der Bedeutung sich zerstreut und verflüchtigt, um so seltener werden Die, welche ihn noch wahrnehmen: und die Uebrigen
bleiben endlich bei dem Hässlichen stehen und suchen es direct zu geniessen, was ihnen aber immer misslingen muss.
So giebt es in Deutschland eine doppelte Strömung der musicalischen Entwickelung:
hier eine Schaar von Zehntausend mit immer höheren, zarteren Ansprüchen und immer mehr nach dem "es bedeutet" hinhörend, und dort die ungeheuere Ueberzahl, welche alljährlich immer unfähiger wird, das Bedeutende auch in der Form der sinnlichen Hässlichkeit zu verstehen und desshalb nach dem an sich Hässlichen und Ekelhaften, das heisst dem niedrig Sinnlichen, in der Musik mit immer mehr Behagen greifen lernt.


Gerade in der deutschen oder deutschsprachigen Kulturkritik findet man ähnliche Befunde von rechts und links. Breitere Aufmerksamkeit erregte die Philosophische Anthropologie, als deren Hauptvertreter Arnold  Gehlen (1904-1976), Helmuth Plessner (1892-1985)  und Max Scheler (1874-1928) galten. In den 1960er  Jahren galt Gehlen als konservativer Gegenspieler Theodor W. Adornos. [Von Gesprächen mit Arnold Gehlen und Theodor W. Adorno gibt es viele Aufzeichnungen in Youtube bzw. am Markt als CDs. Hier ein Link auf das Gespräch 1966 von Theodor W. Adorno und Arnold Gehlen: Soziologische Erfahrungen an der modernen Kunst.

Die "klassische" reaktionäre oder erzkonservative Kulturkritik, z.B. von Oswald Spenger (1880-1936) oder Ludwig Klages (1872-1956) liefert ebenfalls Material zur besprochenen Problematik. Man könnte auch ergänzen durch einige Schriften des spanischen Philosophen Ortega Y Gasset (1883-1955), von dem viel ins Deutscshe übersetzt vorliegt. In seinem Buch "Die Aufgabe unserer Zeit" (Orig. 1923, dt. Übers. 1928 und später) geht er auch in einem Kapitel "Die Vertreibung des Menschen aus der Kunst" auf die hier besprochene Thema ein, allerdings in einem etwas enervierenden oberlehrerhaften Ton, der heute schwer lesbar ist. [Dass der berühmte Romanist Ernst Robert Curtius (1886-1956) in seiner Einleitung von Gassets Buch, dem Zug der Zeit entsprechend, rassistisch urteilt, ist, heute zumindest, sehr peinlich. Die Stelle lautet: "Er (Gasset) gehört einer Rasse an, deren künstlerische Begabung ihr Höchstes in der Schildung des konkreten Menschen erreicht, im psychologischen Realismus des Porträts.")

Unser Ausgangstext von 1878 von Nietzsche beinhaltet aber immer noch das Wesentliche, wie es erst später von Semiotikern und Sprachphilosophen präziser unterschieden wurde: Sein & Schein, das Konkrete & das Zeichen, das, was IST & das, was auf etwas verweist, hinweist (bezeichnet). Nicht zuletzt Ludwig Wittgenstein (1889-1951) hat dies in seinen philosophischen Untersuchungen reflektiert, hat um das Sprachspiel gedacht, von dem Nietzsche, kultürlich in seiner anderen Sprache, schon redete.

Ein anderer Aspekt drängt sich ebenfalls auf: die Rolle der Dichtung, des Schreibens, der Sprache. Kann Sprache sinnlich sein? Sie ist ja immer zeichenvermittelt und nie sinnlich, nie "direkt" (mit den ganz wenigen Ausnahmen onomatopoetischer Entäußerungen). Sie operiert immer in einem Regelwerk (Grammatik) mit Zeichen, die mehr oder weniger semantisch geladen sind. Noch die lyrischte Leistung muss, wenn sie sprachlich bleibt, sich dem fügen. Die Versuche, Sprache als Musik zu leisten schlagen alle fehl. Meist sind es Versuche von Grenzgängern, die gerne möchten, aber es nicht können, weil dann würden sie das Symbolsystem wechseln und eben Musik komponieren. 

Warum werden aber gewisse Sprachäußerungen als sinnlich oder sinnlicher als andere gehört, gelesen, verstanden? Ist hier die Metaphorik am Werk? Klar, poetische Sprache wertet den Anteil der Form (des Mediums, des verwendeten Symbolsystems) auf, folgt aber immer noch dem Sprachsystem. 
Ein Geleier oder Gelabber und Gesabber oder völlig unverständlich Konstruiertes eines Idiolekts fällt nicht mehr in den Sprachbereich und wird einerseits nie der Verständigung dienen, andererseits nie die Spannung zwischen Gehalt (Semantik) und eingesetzten Sprachmitteln (Form) transportieren. Das heißt, die Verführung durch den "Geist", den Intellekt liegt im Sprachlichen viel näher und gewichtiger als sonstwo. (Man lese z.B. "Der Geist als Widersacher der Seele" oder, näher zu uns, zeitlich als auch ideologisch, George Steiner (*1929), der vor allem in seinem Buch "Real Presences" (1989) auf das Sekundäre, das Kommentierte eingeht (Von realer Gegenwart. Hat unser Sprechen Inhalt? 1990) und die Schwäche oder den Mangel des Originären behandelt. heute, 29 Jahre später, klingen seine Sätze noch wahrer und schwerer, weil damals die massenweise Ausrichtung auf die Anmerkungskultur (oder Unkultur) noch in den Anfängen lag.


Rabbi Wolff

Kürzlich brachte ARTE den Film "Rabbi Wolff", eine sehr berührende Dokumentation über einen außerordentlichen Meschen. Kurzzeitig ist dieser Streifen auf ARTE abrufbar, was allen Interessierten nahegelegt wird.

Rabbi Wolff

Regie : Britta Wauer
Land : Deutschland
Jahr : 2016
Herkunft : RBB

Im Film "Im Himmel, unter der Erde" über den Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee begeisterte Rabbi Wolff mit seinen Aussagen über Leben und Tod die Zuschauer. Nun steht dieser Mann mit seinem einzigartigen Charisma selbst im Mittelpunkt eines Films. Grimme-Preisträgerin Britta Wauer erzählt am Beispiel dieses sehr besonderen Menschen, dass es nie zu spät ist, neu anzufangen.
Willy Wolff ist der Publikumsliebling aus „Im Himmel, unter der Erde“, dem Dokumentarfilm über den Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee. Dort war der kleine Mann mit Hut eine Nebenfigur, aber er schaffte, was unmöglich schien: Er sprach witzig, klug und charmant über Tod, Trauer und die Vorstellungen vom Jenseits. Seinetwegen verließen die Zuschauer den Film in heiterer Stimmung.
1927 in einer jüdisch-orthodoxen Familie in Berlin geboren, lebt Willy Wolff seit seinem zwölften Lebensjahr in England. Bevor er mit über 50 Jahren Rabbiner wurde, war Willy Wolff Journalist. Als politischer Korrespondent verschiedener englischer Tageszeitungen begleitete er drei Jahrzehnte Weltpolitik aus nächster Nähe. So reiste er mit dem britischen Außenminister nach China, in die Sowjetunion oder traf sich mit den Regierungschefs aus ganz Europa. Dieses Leben gab er auf für seinen Traum: Rabbiner zu werden.
Als Landesrabbiner von Mecklenburg-Vorpommern betreut Willy Wolff die jüdischen Gemeinden in Schwerin und Rostock, aber er wohnt in einem kleinen Haus bei London. Mitte der Woche fliegt er meist nach Hamburg, steigt dort in den Zug und pendelt zu seinen Einsatzorten im Nordosten Deutschlands. In der Regel tritt er samstags die Rückreise nach England an. Oder er ist unterwegs zu einer Hochzeit in Mailand, zu einem Ausflug nach Wien oder zu den regelmäßig tagenden Rabbinerkonferenzen irgendwo in Deutschland. Höhepunkte im Jahr sind für ihn das königliche Pferderennen von Ascot, das Weihnachtssingen in der Schlosskirche von Windsor und das Neujahrsfasten in Bad Pyrmont. Willy Wolff führt ein Jetset-Leben, das er sich eigentlich nicht leisten kann. Der Umgang mit Geld zählt nicht zu seinen Stärken, das führt gelegentlich zu ziemlich weltlichen Konflikten.
Rabbi Wolff ist nicht nur unterhaltsam, er öffnet Türen. Mit Witz und Charme gibt er Einblick in die Welt des Judentums. Der Dokumentarfilm über Willy Wolff ist nicht nur das Porträt einer bezaubernden Persönlichkeit, es ist auch eine Reise zu uns selbst, inspirierend und sehr unterhaltsam.

Mittwoch, 10. Januar 2018

Mao und kein Ende

Der chinesische «Archipel Gulag»

Ein Straflager für Intellektuelle und ein trügerisches Belohnungssystem: Der chinesische Autor Yan Lianke erzählt in «Vier Bücher» von Maos «Grossem Sprung nach vorn». 

TagesAnzeiger Zürich, 5.1.2018

 

Noch ist die kontroverse Behandlung von Historie oder die Kritik an gegenwärtiger Politik Chinas möglich. Ganz so weit reicht Chinas Kontrolle nicht, wie es sich die Partei unter ihrem allmächtigen Vorsitzenden wünschte. Noch herrscht keine weltweite Friedhofsruhe.

Aber es braucht nicht viel, und jede Kritik an China wird, ähnlich dem skandalösen Tabuisieren jeder  Kritik an Israel als "antisemitisch", völlig verhindert und geahndet werden. Das freie Denken schrumpft, die Kuscherei und voreilige Selbstzensur nehmen zu, die allgemeine Ausrichtung, ähnlich einer Gleichschaltung, diesmal aber ohne äußere Behörde, ohne direkten Zwang, sondern innerlich übers "Gewissen", über die Gruppenorientierung gesteuert, regiert immer strikter und lückenloser. 

 

 

Dienstag, 9. Januar 2018

110. Todestag von Wilhelm Busch

Heinrich Christian Wilhelm Busch (* 15. April 1832 in Wiedensahl; † 9. Januar 1908 in Mechtshausen) war einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands. Seine ersten Bildergeschichten erschienen ab 1859 als Einblattdrucke. In Buchform wurden sie erstmals 1864 unter dem Titel „Bilderpossen“ veröffentlicht. Schon seit den 1870er Jahren in ganz Deutschland berühmt, galt er bei seinem Tod dank seiner äußerst volkstümlichen Bildergeschichten als „Klassiker des deutschen Humors“[1]. Als Pionier des Comics schuf er u.a. Max und Moritz, Die fromme Helene, Plisch und Plum, Hans Huckebein, der Unglücksrabe, die Knopp-Trilogie und weitere, bis heute populäre Werke. Oft griff er darin satirisch die Eigenschaften bestimmter Typen oder Gesellschaftsgruppen auf, etwa die Selbstzufriedenheit und Doppelmoral des Spießbürgers oder die Frömmelei von Geistlichen und Laien. Viele seiner Zweizeiler sind im Deutschen zu festen Redewendungen geworden, z.B. „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr“ oder „Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich“.
Wikipedia

Abbidlung des zeichnerischen Selbstporträts aus Wikipedia